| »Arbeitszeit verhandeln, um Beschäftigung zu sichern«

November 2020
Interview mit Matthias Wilhelm

Anfang nächsten Jahres stehen Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie, in der Stahl- und der Textilindustrie sowie im VW-Konzern an. Seid ihr mitten in der 2. Welle der Corona-Pandemie überhaupt handlungsfähig?

Ja, das sind wir. Die gebotenen Schutzmaßnahmen einzuhalten und die zusätzlichen Auflagen aus den verschiedenen Verordnungen von Bund und Bundesländern sowie die Allgemeinverfügungen der Kommunen zur Eindämmung der Corona-Pandemie machen die Gewerkschaftsarbeit mit Sicherheit nicht einfacher. Aber wir sind in der Lage, jederzeit unseren Interessen und Forderungen Nachdruck zu verleihen.
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| Joe Biden: Ein Sieger als Verlierer − Zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahl 2020

November 2020
Von Ingar Solty

I

Joe Biden hat die Wahl zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika voraussichtlich gewonnen. Er liegt in den Umfragen in Michigan und Wisconsin weit vorn, hat noch eine (geringe) Chance, den Bundesstaat Georgia zu gewinnen und die Wahrscheinlichkeit, dass Nevada und Arizona an ihn gehen werden, ist hoch. Die wenigen Wahlzettel, die noch nicht ausgezählt worden sind, tendieren zu Biden, insofern es sich zumeist um Stimmen aus dem Frühwahl- oder Briefwahlverfahren handelt. Unwahrscheinlich, aber immer noch möglich ist sogar, dass Biden noch Trumps Vorsprung im Mittweststaat Pennsylvania aufholt
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| Eskalation mit Vorlauf. Antisemitismusvorwürfe gegen die Labour Party und die Suspendierung Jeremy Corbyns 

November 2020
Von Florian Weis

Die „Equality and Human Rights Commission“ (EHRC) hat ihren lange erwarteten Bericht zu Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Labour Party am 29. Oktober 2020 vorgelegt. Er erhebt gravierende Vorwürfe gegen die Partei in der Amtszeit von Jeremy Corbyn als Vorsitzenden und enthält eine Reihe von Empfehlungen und Aufforderungen, zu denen sich die Partei bis Dezember verhalten soll. Nach der Veröffentlichung des Berichts hat die Parteiführung, ausgehend vom neuen Generalsekretär David Evans die Mitgliedschaft Jeremy Corbyns suspendiert, nachdem dieser aus Sicht der Parteiführung die Ergebnisse des Berichtes ohne vorherige Abstimmung relativiert habe.
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| »Defund the Police« – Wir müssen die finanziellen Mittel für Polizeiarbeit reduzieren

Oktober 2020
Von Keeanga-Yamahtta Taylor

Polizeibudgets zu kürzen ist der erste Schritt auf einem langen Weg. Am Ende geht es darum, die polizeiliche Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme zu beenden. Da ernsthafte Reformen der Polizei immer wieder scheitern, sind substanzielle Mittelkürzungen oder gar die völlige Abschaffung der Polizei heute Teil von Mainstream-Debatten.
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| »Mit klaren Positionen kann man die Leute begeistern«

Oktober 2020
Gespräch mit Luigi Pantisano

Was kann die Linke aus der erfolgreichen Kampagne zur OB-Wahl in Konstanz lernen?

Luigi Pantisano konnte bei der Oberbürgermeisterwahl in Konstanz einen beachtlichen Erfolg erzielen. Im ersten Wahlgang erhielt er 38,3 Prozent und damit die meisten Stimmen aller Bewerber. Bei der Stichwahl am 18. Oktober konnte er weitere Wähler*innen hinzugewinnen und erreichte 45,1 Prozent. Wir haben mit ihm über die Bedingungen seines Erfolgs und linken Wahlkampf in einer konservativen Hochburg gesprochen.
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Class & Care »

| »Wir kämpfen, andere leugnen« − Worte einer Pflegekraft

Von Thomas Brückner

Ich bin müde.

Wir gehen alle unseren Berufen nach.
Wir auf der Intensivstation, auf den Normalstationen, dem OP, der Anästhesie, der Psychiatrie,
in den Kinderkliniken, dem Labor und den vielen anderen Bereichen eines Klinikums.
Wir sind, wenn man es mit etwas Pathos sagen möchte, die letzte Instanz vor der Ewigkeit.
Und das stimmt wirklich.
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Re:Organisieren »

| Streiken und Gewinnen lernen

Von Eric Blanc

Ein Organizingkurs ist für sich genommen in der Regel keine große Nachricht wert. Die Strike School, die am 13. Oktober zum Abschluss kam, stellt aber eine Ausnahme dar. Unter Anleitung der Gewerkschafterin Jane McAlevey brachte der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung ausgerichtete Kurs mehr als 3 000 Personen aus 70 verschiedenen Ländern zusammen. Ihr Ziel: gemeinsam um die richtigen Methoden zu ringen, mit denen sich die Macht der arbeitenden Klasse wiederaufbauen lässt, und die herrschenden Kräfte herausfordern und besiegen lassen.
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Rechtspopulismus »

| Der Elefant der Geschichte im Saal C24

Von Friedrich Burschel

Wie das Denken an die Opfer von Halle das Gedenken an die Shoah aufruft

«Das Gericht muss verstehen, dass die Shoah zwar vorbei, aber weiter wirksam ist», forderte die Rabbinerin Rebecca Blady, die am 9. Oktober 2019 in der Synagoge in Halle während eines antisemitischen Anschlags mit 50 weiteren Gläubigen um ihr Leben fürchtete. Mit dem Attentat und seiner gerichtlichen Aufarbeitung wird die von Blady beschworene Gegenwart der Shoah und anderer deutscher Massenverbrechen überdeutlich. Eine Gegenwart, die auch die 247 Stolpersteine zum Gedenken an während der Nazi-Zeit ermordete Bürger*innen der Stadt dokumentieren. Einige davon in der unmittelbaren Umgebung der Synagoge in der Humboldtstraße im Paulusviertel.
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